Zwischenbericht-über-die-Erstellung-der-Sportentwicklungsplanung-für-die-Hansestadt-Greifswald

Sportentwicklungskonzeption auf gutem Weg

Forschungsinstitut bescheinigt Greifswaldern reges Sportinteresse und hohen Organisationsgrad

Wie entwickelt sich das Sportbedürfnis der Greifswalder Bevölkerung in den kommenden Jahren? Welche Sport-und Bewegungsformen liegen im Trend? Hält der Zustrom in die Sportvereine an? Wie viele und welche Sporthallen-flächen und –anlagen werden an welchen Standorten in Zukunft gebraucht?

Diesen und anderen Fragen soll die Sportentwicklungskonzeption der Universitäts- und Hansestadt Greifswald auf den Grund gehen und Lösungsvorschläge anbieten. Mit deren Erstellung wurde im vergangenen Jahr das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam beauftragt, das am 27.August vor der Steuerungsgruppe der Stadt und dem Sportausschuss eine Zwischenbilanz zog.

Professor Rhode bescheinigte den Greifswaldern zunächst ein reges Sportinteresse, denn auf die nach dem Zufallsprinzip versandten Fragebögen an die Einwohner gab es vollständig ausgefüllte Rückmeldungen in Höhe von 24 Prozent. Dies sei ungewöhnlich viel und repräsentativ, denn Berlin hatte bei der gleichen Umfrage nur eine Resonanz von 12 %.

Auch seien mit 24% der Bevölkerung in keiner Stadt und keinem Kreis des Bundeslandes so viele Bürger Mitglied in einem Sportverein.

Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und das Bedürfnis nach sozialen Kontakten seien in Greifswald wie in der Bundesrepublik die  Hauptmotivationen für das Sporttreiben.

Wesentlicher Schwerpunkt der Studie war eine Analyse der Sportstättensituation in der Stadt hinsichtlich Umfang und Qualität der vorgehaltenen Hallen und Freiflächen. Hier stellte sich heraus, dass es zwar eine Unterversorgung gäbe, diese jedoch nicht so hoch ausfiele wie in einigen vergleichbaren Städten der alten Bundesländer in, denen jedoch bis zu 50% der Bevölkerung Mitglied in Sportvereinen sei.

Als Grund für diese relativ gute Versorgung wurde die Greifswalder Sportkonzeption von 1992 genannt (Prof. Hinsching, B. Petschaelis) auf deren Grundlage umfangreiche Investitionen in die Greifswalder Sportinfrastruktur erfolgten, die zu dieser Zeit beispielgebend im gesamten Bundesland war.

In der abschließenden Diskussions- und Fragerunde wies der Vorsitzende des Sportbundes Bernt Petschaelis als Mitglied der Steuergruppe auf drei Umstände hin, die aus Sicht des Sportbundes bei der Analyse und den Schlussfolgerungen Berücksichtigung finden sollten.

Dies sei zum Ersten die Bedeutung des Wassersports für die Hafenstadt, zum Zweiten die hohe Anzahl an vereinseigenen (von der Stadt gepachteten) Sportstätten, die hinsichtlich ihrer künftigen Investitionsbedarfe beurteilt werden sollten und Drittens die Tatsache, dass die Universität so gut wie keine moderne Sportstätte unterhielte und der Studentensport sich daher in kommunalen Sportstätten konzentriere.

Eine nächste Etappe der Konzeptionserstellung wird ab November die Durchführung von Workshops in den unterschiedlichen Interessenkreisen (Schulen, Kitas, Vereine, ungebundener Freizeitsport, freie Sportanbieter, usw.) sein, bevor der Stadt zu Beginn des kommenden Jahres die Gesamtergebnisse präsentiert werden.