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Warum das Deutsche Sportabzeichen die Bundeswehr unbesiegbar macht

Das Verteidigungsministerium will bei der Rekrutierung von IT-Spezialisten auf körperliche Eignungstests verzichten. Richtig so! Hauptsache, der PC-Krieger passt noch in den Sessel vor dem Monitor und kommt gut an die Dose mit den Kartoffelchips ran. Nach Komfort streben wir alle. Das motiviert.

Nun erlangt der Gruß „Sport frei!“ plötzlich eine völlig neue Bedeutung. Die Bundeswehr sportfrei! Endlich! Schluss mit der sinnlosen Quälerei! Der Weg dorthin wurde schon mit der Reform des Deutschen Sportabzeichens  vor 4 Jahren bereitet. Dass die Normen runter mussten, war klar. In den Statistiken als Grundlagen für Erfolgsprämien macht es sich einfach nicht gut, wenn die Zahl der Erwerber des Sportabzeichens zurückgeht. Versager könnten überdies depressiv werden oder dem Burn-Out-Syndrom erliegen. Training -jedenfalls schweißtreibendes– war keine Alternative. Man stelle sich klatschnasse Körper, keuchende Lungen und verzerrte Gesichter vor. Sowas will doch keiner sehen, geschweige denn erleben!

Was hat das denn noch mit der Würde des Menschen zu tun, siehe §1 unseres Grundgesetzes?

Es war mithin ein Gebot der Menschlichkeit, diesen lästigen Druck von den Verteidigern des Vaterlandes abzuwenden. Ein Wermutstropfen verleiht dem süßen Cocktail des neuen Sportabzeichenprogrammes dennoch einen bitteren Beigeschmack. Man muss schwimmen können!!! Unglaublich im Zeitalter des Smart-Pphons! Natürlich nicht so richtig. Es sind weder Strecke noch Zeit vorgegeben. In den Ausführungsbestimmungen heißt es lediglich: „Es muss eine Fortbewegung erkennbar sein.“ Ich gehe mal von einer horizontalen Fortbewegung aus. Somit reicht die Schwimmstufe „Seepferdchen“ allemal aus, um die Verteidigungsfähigkeit des IT-Fighters nachzuweisen, der schon durch sein Erscheinungsbild Angst und Schrecken verbreitet. (Keiner will so aussehen wie der)

Möglicherweise werden ja auch alle „Seepferdchen“ der Marine zugeordnet. Man weiß es nicht. (Datenschutz) Im Ernstfall würden diese dann nicht nur aus Überzeugung, sondern auch wegen des Selbsterhaltungstriebes viel  länger und verbissener um ihr Schiff kämpfen.

„Mit niedriger Norm zu hoher Kampfkraft!“  Wir haben es echt drauf. Mein Opa sang dereinst als kaiserlicher Soldat voller Inbrunst:

„Lieb` Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein.“

Damals habe ich darüber gelacht. Heute wieder.

Reinhard Bartl

-Reserveoffizier einer historischen Armee-