Sportbund-Greifswald - "Ständige Konferenz Sport" tagte in der Schweriner Schwimmhalle

Ständige Konferenz Sport der großen Städte in MV diskutierte über Wirksamkeit der neu gebildeten Kreissportbünden in den großen Städten M-V`

Verwaltungsmitarbeiter der kreisfreien Städte Rostock und Schwerin sowie die der Kreisstädte Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald und Wismar besprachen am 31. März in Schwerin turnusmäßig aktuelle sportpolitische Fragen mit Vertretern des Innenministeriums und des Landessportbundes. Neben Informationen zu Leistungssportkonzeptionen des Bundes  und dessen Vorstellungen zur Entwicklung der kommunalen Sportinfrastruktur stand auch die Wirksamkeit der neu gebildeten Kreissportbünde in den ehemaligen kreisfreien Städten zur Diskussion. Am Beispiel Greifswalds erläuterte der Vorsitzende des dort noch existierenden Stadtsportbundes dessen steigende Bedeutung als Partner der kommunalen Sportverwaltung und Sportpolitik und forderte eine angemessene Berücksichtigung der speziellen Belange der großen Städte, die durch die Bereitstellung ihrer vergleichsweise hervorragenden Sportinfrastruktur und der Konzentration vieler Vereine und Sportarten zu den wichtigsten Sportförderern des Landes zählten. Die neu gebildeten Kreissportbünde seien in erster Linie Verwaltungseinheiten und hätten strukturbedingt weder die Möglichkeiten noch die Kenntnisse, in den Städten wirksame Sportförderung zu leisten. Ausnahmen seien Stralsund mit eigenem, durch die Kommune stark geförderten, Stadtsportbund sowie der Kreissportbund Wismar, dessen Ehren- und Hauptamt sich mehrheitlich aus Vertretern des ehemaligen SSB zusammensetze.

Die Forderung, die Sportentwicklung der Oberzentren auch durch angemessenen Einsatz von Hauptamtlichkeit der Sportselbstverwaltung zu unterstützen, traf auf Verständnis und Zustimmung.Der Geschäftsführer des Landessportbundes verwies zwar auf die Eigenständigkeit der Kreissportbünde bei derartigen Entscheidungen, stellte jedoch fest, dass sich bei gutem Willen immer eine Möglichkeit finden würde, aus dem Pool der durch den LSB geförderten Stellen wirksame Hilfe zu leisten. Dieser Auffassung schloss sich auch der Vertreter des Städte und Gemeindetages an.

"Ständige Konferenz Sport" tagte in der Schweriner Schwimmhalle

Schlussfolgerungen und Ableitungen aus der Powerpoint- Präsentation  des  Sportbundes Greifswald zum Thema:  „Veränderte Strukturen und Aufgaben der Sportbünde in den ehemaligen kreisfreien Städten“ auf der ständigen Konferenz Sport der großen Städte in M-V am 31.03. 2016 in Schwerin.

 

1. Schlussfolgerung:

Die Auflösung der Stadtsportbünde bzw. ihr Ausschluss als Ordentliche Mitglieder des LSB war ein sportpolitischer Fehler, da bei Anpassung der Sportstrukturen an die Gebietsreform  die speziellen Belange der großen ehemaligen kreisfreien Städte völlig unberücksichtigt blieben.

Ableitung: Da die SSB für die weitere Entwicklung des Breitensports im Bundesland unverzichtbar sind, erhalten sie den Status eines ordentlichen Mitgliedes  des LSB und werden durch ihn mit jeweils einer hauptamtlichen Stelle gefördert.

Weil dies sowohl im Interesse der Städte, als auch in dem der Landkreise liegt, erfolgt die Kofinanzierung des Personals bzw. einer Geschäftsstelle in der jeweiligen Kreisstadt zu jeweils gleichen Teilen.

2. Schlussfolgerung:
Bei konsequenter Anwendung und Umsetzung der modernen Kommunikationstechniken durch den LSB entfällt die Verwaltungsebene der Stadt und Kreissportbünde zu großen Teilen oder ganz. Das führt einerseits zu Freisetzung von Personal (Ehrenamt und Hauptamt), andererseits zur Entlastung der Vereine von Beitragszahlungen an die mittlere Verwaltungsebene und hat weiterhin eine spürbare Entbürokratisierung und organisatorische Entlastung der Sportvereine zu Folge.

Ableitung

Bei Entlastung von Verwaltungsaufgaben steigt die sportpolitische Bedeutung insbesondere der SSB aber auch der KSB. Deren Aufgaben sind auf rein ehrenamtlicher Basis nicht zu lösen. Perspektivisch erscheint die Bildung von Stadt-und Kreissportbünden auf dem Gebiet der Landkreise sinnvoll. Die Frage, ob das vorzuhaltende Personal (2) vollbeschäftigt sein muss, einer Geschäftsstelle bedarf oder  im Sinne von Kosteneinsparung Heimarbeitsplätze angeboten werden, bedürfte einer sachlichen Klärung.