Auf der am Montag stattgefundenen Ausschusssitzung für Sport, Jugend und Soziales der Greifswalder Bürgerschaft wurden auch Probleme des kommunalen Sports diskutiert:

  1. Die Sportfreundin Dietlind Behnke  von der DLRG Greifswald machte in einer Präsentation deutlich, welche umfangreichen Leistungen der gemeinnützige Sportverein für die Hansestadt Greifswald erbringt und unter welchen teilweise primitiven Bedingungen der Verein das Gebäude auf dem Gelände der alten Badeanstalt in Eldena nutzt. Dem gegenüber steht ein Mietvertrag, der für einen Gewerbetreiben geeignet ist, nicht aber für einen gemeinnützigen Sportverein,

Der Vorsitzende des Greifswalder Sportbundes machte deutlich, dass ein großes öffentliches Interesse bezogen auf die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit der DLRG bestehen sollte. Darüber hinaus forderte er deutlich, dass der aus seiner Sicht sittenwidrige Mietvertrag bezogen auf einen Sportverein umgehend geändert wird, um eine Gleichbehandlung mit anderen Vereinen der Stadt zu gewährleisten. Diese Forderung wurde vom Ausschuss grundsätzlich unterstützt und es gab dazu bereits mehrere Vorschläge und Anregungen.

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Der Ausschuss forderte, dass sich Verwaltung und Sportverein möglichst kurzfristig treffen, um eine sportfreundliche Lösung zu finden, damit eventuell auch die Sportförderrichtlinie der Hansestadt Greifswald genutzt werden kann. Auf der Sportausschusssitzung im Januar 2018 werden dazu Ergebnisse erwartet.

  1. Die Stadtverwaltung informierte, dass ab Sommer 2018 ein neues Softwareprogramm zum Einsatz kommt, um die Belegung durch Sportvereine und Gebührenberechnung aller kommunalen Sportstätten transparenter zu gestalten. In der kurzen Diskussion wurde deutlich, dass es in Greifswald einen relativ großen Fehlbedarf an Sportstättenfläche, insbesondere an überdachter Fläche fehlt und eine kontinuierliche Kontrolle der Auslastung aller Sporthallen fehlt. Auch Reserven , wie die Auslastung der Hallen an Wochenenden, Reduzierung der Winterbelegung auf 3 bis 4 Monate oder die Nutzung aller Hallen bis 22:30 Uhr, wurden angesprochen.
  1. Die Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Mignon Schwenke, verlangte nach der kürzlichen Berichterstattung der Ostseezeitung von der Verwaltung eine Auskunft zum Stand der Verhandlungen bezogen auf den neuen Vertrag der Nutzung des Freizeitbads für den Schul- und Vereinssport. Der aktuelle Vertrag läuft im Oktober 2018 nach 20 Jahren aus. Die dafür in der Verwaltung verantwortliche Frau Felkl bezeichnete die Darstellung in der Presse als Stimmungsmache und sicherte dem Ausschuss zu, im 1. Quartal 2018 den Entwurf des neuen Vertrages vorzulegen.

Bernt Petschaelis, Vorsitzender des Sportbundes, machte aufgrund der im 1.Halbjahr 2018 beginnenden Haushaltsplanung für die Jahre 2019/20, der umfangreichen Abstimmung in zahlreichen Gremien der Stadtwerke, der Stadtverwaltung und politischer kommunaler Gremien deutlich, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt und auch die betroffenen Sportvereine dazu Fragen und natürlich auch Sorgen haben. Der Sportausschuss will sich auf jeder Sitzung zum aktuellen Stand informieren lassen.

4.Bernt Petschaelis informierte über die gemeinsam mit Mitgliedern der SPD-Fraktion der Bürgerschaft durchgeführte Besichtung von Vereinssportstätten Greifswalder Vereine. Dabei wurde deutlich, dass es bei den vier besichtigten Sportstätten ( Sportplatz Eldena der HSG , Sportplatz FSV Blau-Weiß am Georgsfeld, Seesportclub am Eisenhammer und HFC Greifswald 92 in der Stadtrandsiedlung ) erhebliche Investitionsprobleme gibt. Diese gravierenden Probleme der nach wie vor kommunalen Sportstätten können zukünftig nur mit Fördermitteln des Landessportbundes und Hilfe der Hansestadt Greifswald gelöst werden.Das Konzept, das Vereinsgelände des HFC Greifswald 92 vom jetzigen Standort eventuell langfristig an den Standort der geplanten neuen Grundschule zu verlagern, um damit Synergieeffekte zu erzielen und gleichzeitig am jetzigen Standort zusätzlich Bauland zu schaffen, wurde leider von der Verwaltung vor Monaten scheinbar leidenschaftslos abgelehnt. Der Sportbund und die Gesprächspartner der SPD fanden diese Idee hoch interessant. Die Kommunalpolitiker aller Fraktionen sollten sich über das vorliegende Konzept zumindest informieren.

Mitglieder des Sportausschusses werden diese Besichtigungstour am 2.Dezember wiederholen, darüber informierte Andre Berndt.

Sportthemen im Rahmen der Sportausschusssitzung vom 20.November 2017
Sportthemen im Rahmen der Sportausschusssitzung vom 20.November 2017