Sportbund Greifswald Sportbund berät mit Vereinen über Zukunft des maritimen Kinder- und Jugendsports

Aufkündigung von Pacht- und Mietverträgen durch die Universität bedrohen Nachwuchsförderung der  Greifswalder Wassersportvereine

 Segler und Kanuten beraten mit dem Sportbund gemeinsames Aktionsprogramm

Von 1949 bis 1990 war die HSG „Wissenschaft“ zu der auch Segler und Kanuten gehörten, eine Betriebssportgemeinschaft der Universität. Den Sportlern dieser Gemeinschaft wurde damals das am nördlichen  Ufer der Rycks befindliche Bootshaus in Eldena zur Nutzung übergeben. Als sich nach der politischen Wende die Rechtsformen änderten, nutzten  die Sportler , nun in Eingetragenen Vereinen organisiert,  bis heute in stiller Übereinkunft und vertraglicher Regelung mit der Universität gegen einen symbolischen Mietzins das Gebäude zu großen Teilen weiter.

Mit der Begründung, man sei gehalten, seine Gebäude nunmehr kostendeckend zu vermarkten, wurde nun zunächst den Kanuten gekündigt, den Seglern steht in Kürze Gleiches bevor. Die Situation ist fatal. Die 90 Kanus der HSG müssen raus, die Optis und Jollen der gemeinsamen Jugendabteilung aller 3 Greifswalder Segelvereine werden folgen. Die betroffenen Vereine trafen sich gestern mit dem Greifswalder Sportbund, um nach Lösungen für die Zukunft des maritimen Nachwuchses in der Universitäts- und Hansestadt zu suchen.

Die Vereine betonten zunächst, dass sie sich alle Optionen  gegenüber der Universität offenhalten würden, waren sich letztlich aber einig, dass man perspektivisch nicht mehr mit der Uni rechnen könne und eigene Wege zur Erhaltung der Jugendarbeit suchen müsse. Um mit Hilfe des Landessportbundes im nächsten Jahr vereinseigene Bootshallen errichten zu können, müssten im Falle der Segler bestehende Pachtverträge mit der Stadt kurzfristig auf 30 Jahre verlängert werden, bzw. Flächen, die die Stadt in Ufernähe derzeit an die Universität verpachtet hat zurückgefordert und langfristig den Kanuten übergeben werden.

Wenn die eine Seite kündige müsse sie auch mit gleichen Maßnahmen der Gegenseite rechnen, so die einhellige Meinung. Dabei ging man davon aus, dass der Stadt das Weiterbestehen des maritimen Sports insbesondere im Kinder- und Jugendbereich sehr wichtig sei. Darüber hinaus könne dann die Universität  ihre wassersportlichen Aktivitäten auf dem Gelände des vorhandenen Bootshauses konzentrieren.

Dass der Name „Universitäts-und Hansestadt“ in diesem Zusammenhang eher lächerlich wirke, sei bedauerlich.

Man wird zunächst mit den Ämtern und der Verwaltungsspitze der Stadt in Kontakt treten und die Sachlage beim turnusmäßigen Kontakt des Sportbundes mit dem Oberbürgermeister im  April zur Sprache bringen, wie der Vorsitzende des Sportbundes, Bernt Petschaelis, versicherte.

Ziel sollte und muss  es sein, bis zur Sommerpause eine zukunftsträchtige Variante zur langfristigen Sicherung des Kinder- und Jugendsports in den Sportarten Segeln und Kanu zu favorisieren, um davon ableitend Bauanträge  stellen zu können und notwendige Fördermittel u.a. beim Landessportbund zu beantragen.

Auch in der zu erarbeitenden Sportentwicklungskonzeption für die  Universitäts- und Hansestadt Greifswald für den  Zeitraum  2017 bis 2027 ist gerade die Entwicklung des maritimen Sports schwerpunktmäßig zu betrachten und besitzt einen hohen Stellenwert .