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13. DOSB-Mitgliederversammlung am 3. Dezember 2016 in Magdeburg

Leistungssportreform

Mit überwältigender Mehrheit (1 Nein-Stimme und 5 Enthaltungen) hat die Mitgliederversammlung am Samstag,
03. Dezember 2016, nach kurzer unaufgeregter Debatte zur Leistungssportreform folgenden Beschluss gefasst:

1. Die Mitgliederversammlung beschließt das Konzept zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung, das der DOSB und das Bundesministerium des Innern unter Mitwirkung der Sportministerkonferenz der Länder am 23. November 2016 vorgelegt haben. Es definiert die Eckpunkte
der Reform. Es macht zugleich deutlich, dass es einer Fortschreibung der Inhalte sowie einer Weiterentwicklung und
Spezifizierung der Maßnahmen bedarf.

Unter der Prämisse eines an humanen Werten orientierten Leistungssports ist es das gemeinsame Ziel, im internationalen Wettbewerb erfolgreicher zu werden. Die Athletinnen und Athleten sollen im Fokus des künftigen Fördersystems stehen und über ihr gesamtes Sportlerleben – von der Talentsichtung bis zur nachsportlichen Berufskarriere – effizienter gefördert werden. Dazu dienen u. a.:

• eine nicht nur erfolgs-, sondern vorrangig potenzialorientierte Festlegung der Fördermaßnahmen,

• eine Optimierung der Situation von Trainerinnen und Trainern, insbesondere durch verlässliche Arbeitsverträge und angemessene Vergütung,

• eine Stärkung des hauptberuflichen Leistungssportpersonals, insbesondere der Sportdirektoren in den Spitzenverbänden sowie der Aufbau einer hauptberuflichen Leitung aller Bundesstützpunkte,

• eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Sportarten und Disziplinen sowie ihrer Entwicklungschancen, insbesondere auch der Mannschaftssportarten, um sie zielgerecht fördern zu können,

• eine Einbindung der Athletenvertreterinnen und –vertreter u. a. in die Strukturgespräche,

• eine sachgerechte Konzentration der Stützpunktstruktur,

• eine stärkere, den Anforderungen der Sportpraxis entsprechende wissenschaftliche Unterstützung des Leistungssports,

• die Stärkung der Rolle des DOSB bei der Steuerung des Leistungssports.

2. Die nicht-olympischen Sportarten und Disziplinen sind Bestandteil des gesamten deutschen Leistungssportsystems. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Konzeptes wird eine auf ihre Belange angepasste Ergänzung gemeinsam erarbeitet.

3. Die Mitgliederversammlung erwartet vom Bund und von den Ländern zur Ausgestaltung der Reform einen signifikanten finanziellen Aufwuchs der Leistungs- und Spitzensportförderung. Nur unter dieser Voraussetzung können die vorgesehenen Maßnahmen greifen und die erwünschte Wirkung entfalten.

4. Die Mitgliederversammlung beauftragt Präsidium und Vorstand des DOSB, gemeinsam mit den Partnern mit der Umsetzung der Reformmaßnahmen unverzüglich zu beginnen, damit sie ab dem Jahr 2019 in vollem Umfang wirksam werden können. Um sich darauf gebührend vorbereiten zu können, benötigen die Fachverbände in den Übergangsjahren 2017 und 2018 Planungssicherheit mindestens auf dem bisherigen Förderniveau.