Sportbund Greifswald e.V

Hochschulsport und Vereinssport Sportbundblatt 2/2015

Der Name „Universitäts-und Hansestadt Greifswald“ lässt vermuten, das mit dem „und“ eine enge Verbindung zwischen der Stadt mit ihrer Bürgerschaft, der Verwaltung und dem Oberbürgermeister einerseits und dem Senat, dem Kanzler und der Rektorin andererseits angezeigt ist. Vielleicht ist das sogar der Fall, obwohl es n Wirklichkeit zwei ganz verschiedene, voneinander unabhängige Struktureinheitensind, die im täglichen Wirken relativ wenige Berührungsflächen haben. In der Öffentlichkeit wird dies aber nicht wahrgenommen.

Ähnlich sieht es im Sportbereich aus. Unser mit ca. 2200 Mitgliedern größter Sportverein, die Hochschulsportgemeinschaft „Universität“ Greifswald trägt nur aus der 65-jährigen Tradition diesen Namen und hat darüber hinaus mit der Universität nichts zu tun.

Der Hochschulsport an der Uni hat eine andere Struktur, andere Finanzierungsgrundlagen, prinzipiell jedoch die gleiche Zielstellung.

Alle genannten Einrichtungen und Institutionen verfügen jedoch über Potentiale die bei einer intensiveren Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil genutzt werden können.
Die Universität verfügt beispielsweise gemessen an ihrer Studentenzahl hinsichtlich Anzahl und Qualität über völlig unzureichende Sportstätten.
Eine Ein-Feld-Halle und ein winziger Sportraum sowie ein maroder Sportplatz in der Hans-Fallada-Straße, zwei kleine Bootshäuser und eine Judobaracke stehen den 12.000 Studenten zur Verfügung.
Da müssen kommunale Sportstätten angemietet werden, und die sind für Studenten teurer als für Vereinssportler.

Das legt den Gedanken nahe, aus den Studenten Vereinssportler zu machen. An der Universität Jena wird ein solches Modell seit vielen Jahren sehr erfolgreich praktiziert, denn es bringt viele Vorteile. Für die Uni würden einerseits die Mietkosten sinken, andererseits hätten sie Zugriff auf die Sportfördermittel des Landessportbundes, die in den Positionen „Allgemeine Sportförderung“ , „Projektförderung“ und „Bauförderung“ erhebliche Mittel für den Sport in der Stadt freisetzen könnte.

Die Stadt oder die Universität hätten beispielsweise die Möglichkeit, Flächen zu verpachten, auf denen ein universitärer Verein Sporthallen errichten könnte, die zu 50% durch den Landessportbund gefördert werden können.
Das würde wiederum städtische Sportstätten entlasten und die Infrastruktur der Kommune weiter verbessern.

Nachdem der Sportbund bereits vorbereitende Gespräche in dieser Richtung mit Vertretern des Hochschulsportes geführt hat, soll im kommenden Jahr auch der Kanzler der Universität
dazu um seine Meinung gefragt werden.

Reinhard Bartl