Anträge des Sportbundes Hansestadt Greifswald e.V. an den Kreissporttag

Nachbetrachtung zum 4.Kreissporttag am 1. April in Anklam von Bernt Petschaelis

Unter der Überschrift „Richtigstellung“ hielt die Stellvertretende Vorsitzende, Frau Christhilde Hansow aus Eggesin, auf dem o.g. Sporttag einen längeren Redebeitrag, der nicht nur die Greifswalder Sportfreunde in ihrer Gesamtheit in ein schlechtes Licht rückte, sondern auch mich persönlich mit teilweise beleidigenden Äußerungen angriff. Mit der Begründung: „Wir wollen hier keine Zwiegespräche!“ verhinderte der Versammlungsleiter, Ulf Dembski, meine Erwiderung, so dass ich gezwungen bin, über diesen Weg auf die Mischung von Unkenntnis, Demagogie und Schmähungen die den „Beitrag“ bestimmte, zu reagieren. Leider spart ihn das inzwischen durch den Vorstand erstellte Protokoll des Sporttages nahezu vollständig aus, so dass hier nur meine Sicht der Dinge zum Ausdruck kommt. Das Protokoll wird den Delegierten übrigens erst in einem Jahr zugestellt werden.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Sportbund Hansestadt Greifswald von Anfang an für zwei Geschäftsstellen (in Greifswald und im südlichen Bereich des Kreises) im Landkreis mit jeweils zwei hauptamtlichen Mitarbeiter eingetreten ist und nicht, wie ständig behauptet, nur in Greifswald. Hinzu kommt, dass die Greifswalder Bürgerschaft per Beschluss unbefristet in Greifswald die bisherige Geschäftsstelle dem Kreissportbund mietzinsfrei zur Verfügung gestellt hätte und damit viel Geld gespart worden wäre. Damit wäre die Ausstrahlung und Wirkung des Kreissportbundes wesentlich größer gewesen und eine fachliche bzw. organisatorische Abstimmung der hauptamtlichen Mitarbeiter hätte trotzdem ohne Probleme aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten funktioniert. Warum betreibt die Kreisverwaltung auch zukünftig drei Standorte? Um damit Bürgernähe zu sichern! Mit nunmehr fünf und langfristig vier hauptamtlichen Mitarbeitern in der Kleinstadt Anklam wird dies sicher schwer möglich sein. Die zahlreichen Vorteile, die die Universitäts- und Hansestadt Greifswald bietet, bleiben damit zumindest teilweise ungenutzt.

Selbst unser im Januar gestellte Antrag, dem Sportbund Greifswald zumindest eine von fünf hauptamtlichen Stellen zur Verfügung zu stellen, die dafür im Gegenzug die gesamte Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter für den Landkreis Vorpommern-Greifswald übernehmen würde und die Organisation von Veranstaltungen in Greifswald sowie die Betreuung der Vereine in Greifswald und Umgebung mit absichert, wurde vom Vorstand des Kreissportbundes abgelehnt, obwohl sich  auch der verantwortliche Dezernent der Kreisverwaltung dafür aussprach. Einen Egoismus, den Frau Hansow uns als Sportbund und mir als Vorsitzenden vorwirft, kann ich jedenfalls dabei nicht erkennen.

Dass Frau Hansow im Februar 2015 einen einstimmigen Vorstandsbeschluss initiiert, die drei vorhandenen Geschäftsstellen vorerst zu belassen und vier Wochen später auf dem 3. Kreissporttag einen Antrag zur Konzentration an einem Standort in Anklam stellte, zeigt, wie verlässlich und glaubwürdig sie ist.

In der Vergangenheit haben ich als Vorstandsmitglied, der Vorstand sowie der Sportrat des Sportbundes Greifswald oftmals kritisiert, dass der Vorstand des Kreissportbundes mit den Sportfördermitteln des Kreises und des Landessportbundes sparsamer umgehen sollte, damit die Sportvereine der einzelnen Regionen und die Regionen selbst finanziell gestärkt werden. Unsere Anträge auf dem Kreissporttag, die von unserem Vorstand einstimmig beschlossen wurden und hinter denen tausende Sportlerinnen und Sportler stehen,  hatten das Ziel. Um hinsichtlich hauptamtlicher Stellen und Fahrkosten einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen, stellten wir die entsprechenden Anträge. Auch dabei ging es nicht um egoistische Greifswalder Ziele, sondern um Veränderungen zum Wohl aller Sportvereine. Insgesamt ist festzustellen, dass der Anteil der Fördermittel für Vereine gemessen am zur Verfügung stehenden Gesamtvolumen erhöht werden muss und der Anteil für die Geschäftsstelle und zentraler Maßnahmen verringert werden sollte.

Erstaunlich ist darüber hinaus, dass einzelne Funktionäre von Sportvereinen aus dem südlichen Bereich unseres Kreise gegenüber einigen Greifswaldern nach dem Kreissporttag in Anklam meinten: „Eigentlich hätten wir für die durchaus sinnvollen Greifswalder Anträge stimmen sollen, aber wir haben es ja anders versprochen.“  Da zeigt sich leider, dass es im Vorstand Kräfte gibt, die Land- gegen Stadtvereine ausspielen. Das Zusammenwachsen von drei unterschiedlichen Sportbünden ist ohne das Eingehen von Kompromissen schwer möglich und von einigen scheinbar auch nicht gewollt.

Abschließend sollte zu denken geben, dass am vergangenen Kreissporttag nur noch 9 Greifswalder Vereine teilgenommen haben, von denen mehrere danach zum Ausdruck brachten,  sich einen weiteren Kreissporttag nicht mehr anzutun. Dann gibt es zukünftig möglicherweise Kreissporttage ohne Greifswalder Beteiligung. Ein demokratischer Erfolg des Vorstandes?

Der Vorstand des Kreissportbundes hat vor fast drei Jahren einen Beschluss gefasst, die Ergebnisse der Vorstandssitzungen auf der Web-Seite des Kreissportbundes zu veröffentlichen, um die Arbeit des Vorstandes gegenüber den Sportvereinen transparenter bzw. informativer darzustellen. Bis heute wird dieser Beschluss nicht umgesetzt, so dass wir dies zukünftig auf unserer Web-Seite <greifswald-sportbund.de> tun werden.

Sport frei !

Bernt Petschaelis

Vorsitzender des Sportbundes Hansestadt Greifswald e.V.