Abstimmung zwischen Sportausschussvorsitzender und Sportbund zu aktuellen sportpolitischen Problemen

Abstimmung zwischen Sportausschussvorsitzender und Sportbund zu aktuellen sportpolitischen Problemen

Konflikte mit der Universität, Investitionszuschüsse für Sportvereine, Perspektiven des Stadtsportbundes im Mittelpunkt des Meinungsaustausches

 

Die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Sport, Soziales und Jugend,  Frau Dr. Mignon Schwenke, traf sich gestern turnusmäßig mit Vertretern des Stadtsportbundes, um über die aktuelle Situation des Sportes in der Hansestadt zu sprechen.

Der Vorsitzende des Sportbundes, Bernt Petschaelis, sprach zunächst die Kündigung des Pachtvertrages mit den Kanuten der HSG durch die Universität an.

Da die Sportler den neu angebotenen Pachtzins nicht zahlen könnten, hätten sie sich mit einem Hilfegesuch an die Stadt gewandt und alternativ die Errichtung eines eigenen Gebäudes in Strandnähe erörtert. Das benötige jedoch Zeit, die Uni derzeit nicht gewähren kann oder will. Das gleiche Schicksal wie den Kanuten drohe in Kürze der gemeinsamen Jugendabteilung der 3 Greifswalder Segelvereine, die ihre Boote ebenfalls im Gebäude der Universität im Strandweg lagern.

Der Sportbund wird sich daher schon morgen mit den Betroffenen zusammensetzen, um gemeinsam nach umsetzbaren Alternativen zu suchen.

In diesem Zusammenhang wurde erneut die Überplanung des Strandbadbereiches

 „Alte Badeanstalt“ besprochen, die Eingang in die derzeit diskutierte Sportentwicklungsplanung finden müsse. Im Interesse der Sache, so Petschaelis, sei es unbedingt erforderlich, die Federführung der Planung und Umsetzung wieder vom See-und Tauchsportzentrum an das  städtische Grünflächen- und Tiefbauamt zu übertragen.

Hier lägen Kompetenzen, Erfahrungen und gestalterische Möglichkeiten.

Frau Schwenke nahm die Anregungen entgegen und wird sich in geplanten Gesprächen mit der Universität sowie im Ausschuss für die Belange der Wassersportler einsetzen.

Gemeinsames Unverständnis äußerten Frau Schwenke und Herr Petschaelis über die Tatsache, dass die vom Hauptausschuss im November vergangenen Jahres beschlossenen Investitionszuschüsse für die HSG und den Seesportclub in Höhe von jeweils 8000,-€ bisher nicht zur Auszahlung gelangt seien und somit die Bautätigkeiten noch nicht begonnen hätten. Nach Aussage der betroffenen Vereine würden hier durch die Verwaltung bürokratische Hürden errichtet, die nicht mehr nachvollziehbar seien.

Einig war man sich ebenfalls darüber, dass die derzeitige Sportförderrichtlinie der Stadt noch vor Beginn der neuen Haushaltsdiskussionen den veränderten Bedingungen der Sportlandschaft in der Stadt angepasst werden müsse.

Die derzeitigen Spannungen innerhalb des Kreissportbundes und das Bestreben des SB HGW

die speziellen Interessen Greifswalder Sportvereine auch in Zukunft durch einen eigenständigen Sportbund zu vertreten, war ein weiterer Diskussionspunkt.

Klar sei, dass Dinge wie beispielsweise die Sportentwicklungskonzeption der Stadt oder die o.g. Zusammenführung der Wassersportvereine nicht durch den KSB wahrgenommen werden könnten. Dazu bedarf es eines Stadtsportbundes. Die Stadt jedoch gehört zum Kreis.

Aus Sicht des SB HGW wäre die Bildung eines Stadt-und Kreissportbundes, in dem sowohl die Interessen der ländlichen, als auch die völlig anderen der städtischen Vereine berücksichtigt würden, eine vernünftige Alternative zum gegenwärtigen Machtkampf.

Einen solchen gab es bereits von 1990 bis 1994 und dieser war sehr erfolgreich.

Solange sich diese Idee keine Mehrheit finde, müsse der SB HGW auf Eigenständigkeit setzen.

Dadurch wäre es ihm letztlich auch möglich, die auf die Stadt zukommende Integration von Flüchtlingen wirksam zu unterstützen. Sport sei immer noch die unkomplizierteste und wirksamste Integrationsmethode, denn der sei von vornherein international.

Die Ausschussvorsitzende empfahl, die Diskussion über zweckmäßige Struktur auf allen Ebenen der Sportverwaltung und Sportpolitik fortzusetzen, dabei jedoch Überspitzungen und eine unangemessene Konfrontationspolitik zu vermeiden. Die ihr zugegangenen Anträge des Sportbundes an den Kreissporttag sein ein richtiger Schritt in diese Richtung.